Pressemitteilung zu den letzten Ereignissen rund um die Betty

 

BETTY ? BETTY BLEIBT ! ! !

Seit Donnerstag ist die Besetzung der Betty nun erst(2)mal zu Ende und wir blicken auf neun ereignisreiche Tage zurück. Unser eigentliches Ziel, das Elisabeth-Heim vor dem Abriss zu bewahren und ein soziokulturelles Zentrum zu errichten, konnten wir leider bisher nicht erreichen. Die ausgewiesene Verhandlungsbereitschaft von Seiten des Studentenwerks erwies sich als Schein und so kamen Verhandlungen über unsere gestellten Forderungen gar nicht zustande. Höhepunkt der Gespräche stellte der Termin am Dienstag dar, zu dem vom Studentenwerk, in Vertretung von seinem Geschäftsführer Herrn Hörig, die Elisabeth-Heim-Gruppe und die Presse kurzfristig geladen worden sind. Als Mediator sollte der angeheuerte Baugutachter des Studentenwerks fungieren, der Auszüge aus seinem erstellten Baugutachten vortrug. Nach kurzer Zeit stellte er klar, dass das Gebäude nachweislich nicht einsturzgefährdet sei, entgegen der Behauptungen Hörigs. Anhand des Gutachtens ist ersichtlich, dass ein Abriss eindeutig nicht erforderlich und eine Sanierung durchaus möglich ist. Aufgezeigte Alternativlösungen bezüglich Erhalt und Sanierung wurden und werden vom Studentenwerk gar nicht in Betracht gezogen. Hierzu fordern wir die Stadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern auf, klar Stellung zu beziehen und die Bevölkerung an weiteren Entscheidungen teilhaben zu lassen. Auch fordern wir die Offenlegung sämtlicher Beschlüsse und Gutachten seit Schließung der Orthopädie im Jahr 2004. Weiterer Gegenstand des Gesprächs war die absolut skandalöse humanitäre Situation, der die Besetzer*innen ausgesetzt waren. Auf die Frage, wer diese Entscheidung getroffen habe, verwies Herr Hörig auf die Polizei, Herr Schmidt, Präsidiumsleiter der Ulmenwache, wiederum an das Studentenwerk. So konnte diese Frage für die Öffentlichkeit nicht eindeutig geklärt werden. Das Gespräch nahm ein jähes Ende, als Hörig vorgab, sich um diese Situation persönlich zu kümmern, ab diesem Moment nicht mehr gesichtet wurde und selbst für den Gutachter oder Präsidiumsleiter weder telefonisch noch anderweitig erreichbar war.

Uns erreichte während der Besetzung mehrfach Kritik in Bezug auf den gewählten Zeitpunkt, da das Gebäude seit 13 Jahren leer steht und die Pläne für den Neubau bereits stark fortgeschritten sind. Allerdings gibt es seit 2012 verschiedene Einzelpersonen und Initiativen, die sich um den Erhalt des Hauses bemühen. Unter anderem wurden Denkmalschutzanträge gestellt, eine Petition eingereicht und eine Demonstration veranstaltet. Auch sprechen sich der Ortsbeirat der KTV und der Planungs- und Gestaltungsbeirat Rostock gegen den Abriss aus. Trotz dieser jahrelangen Bemühungen gelang es nicht, sich bei den zuständigen Stellen Gehör zu verschaffen. Darum blieb uns als letztes Mittel die Besetzung, um den Druck auf die Entscheidungsträger zu erhöhen. Das ist uns leider nicht gelungen, da sich Stadt und Land diesbezüglich weiterhin nicht positionieren. Auch die Forderungen nach soziokulturellen Freiräumen sind bis jetzt nicht erhört worden, obwohl eine Notwendigkeit dieser von Bürger*innen klar formuliert wurde.

Abschließend danken wir allen Unterstützer*innen für ihr vielfältiges Engagement, ohne das die Besetzung nicht möglich gewesen wäre. Gestärkt durch den Rückhalt in der Bevölkerung, werden wir auch weiterhin für den Erhalt des Gesamtensembles und die Schaffung soziokultureller Freiräume eintreten. Dazu planen wir zeitnah ein weiteres öffentliches Treffen, um die vorhandenen Ideen weiterentwickeln zu können.

Mehr soziokulturelle/kollektive/autonome/selbstverwaltete Zentren für Rostock und die Welt!

ABRISS ? IS NICH ! – Eure Betty

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Ein Kommentar zu Pressemitteilung zu den letzten Ereignissen rund um die Betty

  1. Steffi Brock sagt:

    Interessant: Das Gebäude ist gar nicht so einsturzgefährdet wie immer behauptet. Warum geht diese Information nicht an die Presse? Und: auch der Gestaltungsbeirat von Rostock hat sich gegen den Abriss ausgesprochen. Warum werden nicht andere einbezogen in den Protest.

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