Kein Krieg in Afrin

Kein Krieg in Afrin – unter diesem Slogan nahmen wir am 27.1. mit anderen linken und kurdischen Gruppen lautstark am Protest
gegen den Einmarsch türkischer Truppen in den östlichen Kanton des autonomen Gebietes Rojava teil.

Trotz der Kälte sammelten sich ca. 300 Teilnehmende zur Anfangskundgebung, an der nicht nur Solidarität zu den kämpfenden KurdInnen gefordert wurde, sondern auch den Abbruch Deutscher Waffenexporte an die Türkei und ihre Lakaien. Zusätzlich informierten Flyer und Redebeiträge über die neuesten Entwicklungen in der Region.
Der offensichtlichen Friedlichkeit zum Trotz beschlagnahmte die Polizei einige pro-kurdische Flaggen, die sie für verfassungsfeindlich betrachtet, obwohl eben jede Kräfte sogar vom deutschen Staat als strategische Verbündete gegen islamische Terror-Miliz IS anerkannt werden.

Dadurch ließen wir uns nicht aufhalten und zogen friedlich, aber bestimmt am Steintor vorbei durch die Kröpeliner Straße zum Doberaner Platz, an dem wir noch eine Abschlusskundgebung hielten. Auch danach war das Thema alles andere als erledigt und führte noch zu konstruktiven Diskussionen und dem Gefühl, Solidarität mit den Kämpfenden in Afrin gezeigt zu haben.

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Was ist Rostock von Unten?

Rostock von Unten (RvUA) ist ein Bündnis von Einzelpersonen und Initiativen die ihre Stadt aktiv mitgestalten wollen. Es ist eine Bewegung die von Unten aus der Bevölkerung ausgeht. Daher können Menschen, die in Politik und Verwaltung tätig sind, einzig als Privatpersonen teilnehmen.

RvUA setzt sich für das Recht auf Stadt für Alle ein. „Alle“ meint Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Rostock sehen. „Recht auf Stadt“ heißt gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen und eine gesunde, lebenswerte und ökologische, für alle zukunftsfähige Stadt. Um sich diesem Ziel anzunähern bedient sich das Bündnis vielfältiger Aktionsformen und betont in seiner Zusammenarbeit die Gemeinsamkeit. Wir wollen Toleranz für unsere Verschiedenheit aufbringen und in einen gemeinsamen Prozess des Austausches und der Annäherung eintreten.

Es geht Uns um Wohnraum für alle, eine für jede*n mitgestaltbare Stadt, zwangfreie Räume für Projekte und Gruppen, und dass bei konkreten Entwicklungsprojekten alle Betroffennen ernsthaft miteinbezogen werden. Wir wollen verhindern, dass weitere Projekte und Menschen durch Spekulation, Bauprojekte oder andere einseitige Politik zum Vorteil weniger aus ihren Stadtteilen verdrängt werden. Wir stehen ein für eine Ressourcen schonende und inklusive Bau- und Entwicklungspolitik. Das bedeutet beispielsweise Weiter- bzw. Umnutzung von Gebäuden und Erhalt oder Inklusion von Grünanlagen.

Für ein selbstbestimmtes Rostock das für Alle Platz und Gestaltungsmöglichkeiten bietet!

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Die neue Betty-Gruppe

Bevor wir zur Betty-Gruppe wurden waren wir ein Lesekreis. Dann wurde das alte Elisabethheim (die Betty) abgerissen und es entwickelte sich aus der Betty-Gruppe die Bündnis-Initiative „Rostock von Unten“. Daneben liefen verschiedene anderen Projekte , wie Lesekreis, Internationale Solidarität, Unterstützungsaktionen zum Hambacher Forst, Vernetzung und der Aufbau neuer Freiräume einfach weiter.

Im Jahr 2018 wollen Wir unseren verschieden Projekte und Ideen einen gemeinsamen organisatorischen Rahmen geben und Sie durch gemeinsame Strukturen sichtbarer werden lassen. Deswegen transformiert sich die Betty jetzt von einer reinen Besetzungs- und Freirauminitiative zu einer Gruppe, die Ihren Fokus auch auf politsche Praxis und Bildung, Vernetzung und Internationalismus setzt.
Zusammen sind Wir stark, zusammen können Wir mehr erreichen.

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Pressemitteilung zum Abriss der Betty

Die Betty ist weg…

und wir stehen vor einem Trümmerhaufen. Einem Trümmerhaufen, der einst ein historisch wertvolles Gebäude in Rostock war und jetzt in Windeseile abgerissen wurde. Solch eine Windeseile macht stutzig, wenn wir die von dem Herrn Hörig immer wieder beschriebene „Schadstoffbelastung“ des Gebäudes bedenken oder wenn es plötzlich heißt: „Da kommt jetzt doch erstmal nur ’ne Wiese hin.“
Diese Hast scheint nötig zu sein, um weiterem Widerstand zuvorzukommen und damit über die ganze Sache, im wahrsten Sinne des Wortes, Gras wachsen kann.
Aber es ist nicht nur das Gebäude der Betty, was hier in Trümmern liegt, sondern vor allem auch die Glaubwürdigkeit der Institution Studierendenwerk und der Stadt- und Landesregierung.

An immer mehr Orten setzen sich Menschen für ihre lokalen Interessen ein, für ihre Kleingartenanlagen, für soziale Räume, für Umwelt und Gesundheit, die u.a. durch die Müllverbrennung bedroht wird und vieles mehr.
Und überall stoßen diese Menschen auf die Arroganz, Trägheit, Kurzsichtigkeit und Selbstbezogenheit in Wirtschaft und Verwaltung.
Es sind diese Lügen, Drohungen, Machtspielereien und Willkürhandlungen, wie wir sie erlebt haben, die allerorts Initiativen der Bevölkerung glatt bügeln und mundtot machen.
So wird die zerstörte Betty zu einem Symbol von Stadtgestaltung von oben. Einer Stadtgestaltung, die sich nicht an den Bewohner*Innen orientiert sondern an der kapitalistischen Verwertbarkeit.

Diese Schieflage macht uns wütend und zugleich motiviert sie uns, weiterzumachen und die Missstände zu bekämpfen. Für uns geht es jetzt erst richtig los.
Die Betty ist tot, lang lebe die Betty!
Denn für uns ist die Betty nicht einfach nur ein Haus, sondern es ist der Moment, an dem wir wieder zusammen kommen und uns den Interessen der Herrschenden in den Weg stellen.
Für Erhalt statt Zerstörung, hier und überall!

Hier könnt ihr auf dem Laufenden bleiben:
diebetty.blogsport.eu
twitter.com/bettybleibt
facebook.com/bettybleibt

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Nicht Vergessen: am 12.11. ist Vernetzungstreffen

HIER nochmal der RÜCKBLICK

vom Sonntag, dem 5.11.2017, haben sich trotz Novemberwetters 25 Menschen aus verschiedenen Kontexten und Initiativen im JAZ eingefunden, um über unsere Situation zu diskutieren und sich weiter zu vernetzen.
Bei Kuchen und Brause besprachen wir die Missstände in unserer Stadt und Wege, wie wir uns durch stärkere Vernetzung dagegen in Position bringen können.

Thematisiert wurden die Wut und Frustration durch die Politik der undemokratischen Stadtgestaltung, sowie darüber, dass es Initiativen und Gruppen so schwer gemacht wird, ihre Projekte zu verwirklichen.
Wir haben neuen Mut gefasst, gemeinsam mehr zu bewirken und Strukturen zu entwickeln, die über die Betty hinaus einen größeren Rahmen schaffen, die Stadt mitzugestalten.

Als gut vernetzte Gruppen und Einzelpersonen könnten wir uns einerseits besser solidarisch um konkrete Bedürfnisse (Verteilung von Lebensmitteln, Teilen von Werkzeug und anderen Ressourcen, Unterstützung und Gründung alternativer Wohnprojekte, Erhaltung der Natur, etc.) kümmern und könnten uns andererseits der Frage nach der Selbstgestaltung des eigenen Lebens widmen. Es gilt, die Ohnmacht und Resignation, in die uns Staat und Kapital zwingen, zu überwinden und Alternativen aufzubauen!

Des weiteren sprachen wir über Kommunikationswege. Daher kümmern wir uns nun um ein niedrigschwelliges Diskussionsforum.
Natürlich ist die Betty als Anstoß des Prozesses nicht zu kurz gekommen. Um auch weiterhin gegen den Abriss aktiv zu sein, wurde die „Betty akut“-Gruppe gebildet.

Zum Abschluss nochmal ein Danke an alle Mitwirkenden des Treffens, auf eine unruhige Zeit.

Die Betty

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Uwe Flachsmeyer bei Lohro, 01.11.17

Uwe Flachsmeyer bei Lohro, 01.11.17

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Einladung zum offenen Treffen

Wir laden euch am 05.11.2017 um 15.00 Uhr zum offenen Treffen ins JAZ ein.

Das erste offene Treffen zeigte, wieviele Menschen sich aktiv in die Gestaltung unserer Stadt und des Viertels KTV einbringen wollen und dafür schon zahlreiche sozial und kulturell bereichernde Ideen haben.
Dem gegenüber steht das Problem der Realisierung, da Räumlichkeiten fehlen, um diese Ideen zu verwirklichen. Die Zuspitzung der Debatte und Geschehnisse rund um die Betty haben deutlich gezeigt, wie alarmierend der Mangel an bezahlbaren Wohn- und Lebensräumen in Rostock ist. Auch massiver Druck auf Verantwortliche der Stadt hat nichts an dieser Situation verändert. Daher ist es notwendig, dass wir uns selbst um geeignete Objekte kümmern.

Die vergangene, durch Strafantrag des Studierendenwerkes beendete Besetzung hat uns um neue Erfahrungen bereichert. Wir wollen uns darüber austauschen, wie wir
weitermachen, um uns Räume zur unkommerziellen Nutzung erschließen zu können.
Ziel dieses Treffens ist eine bessere Vernetzung, Kommunikation und Infrastruktur.

Lasst uns gemeinsam Wege finden, unsere Träume zu realisieren! Das ist unsere Stadt!
Kommt zum Treffen!

BETTY BLEIBT

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Pressemitteilung zu den letzten Ereignissen rund um die Betty

 

BETTY ? BETTY BLEIBT ! ! !

Seit Donnerstag ist die Besetzung der Betty nun erst(2)mal zu Ende und wir blicken auf neun ereignisreiche Tage zurück. Unser eigentliches Ziel, das Elisabeth-Heim vor dem Abriss zu bewahren und ein soziokulturelles Zentrum zu errichten, konnten wir leider bisher nicht erreichen. Die ausgewiesene Verhandlungsbereitschaft von Seiten des Studentenwerks erwies sich als Schein und so kamen Verhandlungen über unsere gestellten Forderungen gar nicht zustande. Höhepunkt der Gespräche stellte der Termin am Dienstag dar, zu dem vom Studentenwerk, in Vertretung von seinem Geschäftsführer Herrn Hörig, die Elisabeth-Heim-Gruppe und die Presse kurzfristig geladen worden sind. Als Mediator sollte der angeheuerte Baugutachter des Studentenwerks fungieren, der Auszüge aus seinem erstellten Baugutachten vortrug. Nach kurzer Zeit stellte er klar, dass das Gebäude nachweislich nicht einsturzgefährdet sei, entgegen der Behauptungen Hörigs. Anhand des Gutachtens ist ersichtlich, dass ein Abriss eindeutig nicht erforderlich und eine Sanierung durchaus möglich ist. Aufgezeigte Alternativlösungen bezüglich Erhalt und Sanierung wurden und werden vom Studentenwerk gar nicht in Betracht gezogen. Hierzu fordern wir die Stadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern auf, klar Stellung zu beziehen und die Bevölkerung an weiteren Entscheidungen teilhaben zu lassen. Auch fordern wir die Offenlegung sämtlicher Beschlüsse und Gutachten seit Schließung der Orthopädie im Jahr 2004. Weiterer Gegenstand des Gesprächs war die absolut skandalöse humanitäre Situation, der die Besetzer*innen ausgesetzt waren. Auf die Frage, wer diese Entscheidung getroffen habe, verwies Herr Hörig auf die Polizei, Herr Schmidt, Präsidiumsleiter der Ulmenwache, wiederum an das Studentenwerk. So konnte diese Frage für die Öffentlichkeit nicht eindeutig geklärt werden. Das Gespräch nahm ein jähes Ende, als Hörig vorgab, sich um diese Situation persönlich zu kümmern, ab diesem Moment nicht mehr gesichtet wurde und selbst für den Gutachter oder Präsidiumsleiter weder telefonisch noch anderweitig erreichbar war.

Uns erreichte während der Besetzung mehrfach Kritik in Bezug auf den gewählten Zeitpunkt, da das Gebäude seit 13 Jahren leer steht und die Pläne für den Neubau bereits stark fortgeschritten sind. Allerdings gibt es seit 2012 verschiedene Einzelpersonen und Initiativen, die sich um den Erhalt des Hauses bemühen. Unter anderem wurden Denkmalschutzanträge gestellt, eine Petition eingereicht und eine Demonstration veranstaltet. Auch sprechen sich der Ortsbeirat der KTV und der Planungs- und Gestaltungsbeirat Rostock gegen den Abriss aus. Trotz dieser jahrelangen Bemühungen gelang es nicht, sich bei den zuständigen Stellen Gehör zu verschaffen. Darum blieb uns als letztes Mittel die Besetzung, um den Druck auf die Entscheidungsträger zu erhöhen. Das ist uns leider nicht gelungen, da sich Stadt und Land diesbezüglich weiterhin nicht positionieren. Auch die Forderungen nach soziokulturellen Freiräumen sind bis jetzt nicht erhört worden, obwohl eine Notwendigkeit dieser von Bürger*innen klar formuliert wurde.

Abschließend danken wir allen Unterstützer*innen für ihr vielfältiges Engagement, ohne das die Besetzung nicht möglich gewesen wäre. Gestärkt durch den Rückhalt in der Bevölkerung, werden wir auch weiterhin für den Erhalt des Gesamtensembles und die Schaffung soziokultureller Freiräume eintreten. Dazu planen wir zeitnah ein weiteres öffentliches Treffen, um die vorhandenen Ideen weiterentwickeln zu können.

Mehr soziokulturelle/kollektive/autonome/selbstverwaltete Zentren für Rostock und die Welt!

ABRISS ? IS NICH ! – Eure Betty

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Tag 8: Zum 1wöchigen Geburtstag der besetzten Betty in Rostock

Aus dem Alltag eine*r Besetzer*in

Länger, als wir alle dachten, sitzen wir nun schon in dem alten Elisabethheim. Trotzdem haben wir uns glücklicherweise gut vorbereitet auf so eine Situation. Zumindest die meisten von uns. 🙂

Wo es jedoch an frischen Socken fehlt, an warmen Textilien, Ideen, nützlichem zu tun oder seelischem Komfort, da wird in der Gruppe ausgeholfen, geteilt und aufgemuntert. Die Stimmung ist bis auf ein paar natürliche Höhen und Tiefen – die nicht ausbleiben, wenn mensch eine Woche ohne Ausgang und Zufuhr von Grundnahrungsmitteln und Genussgütern in einem mit Absicht heruntergekommenen, feuchten Haus verbringt- erstaunlich gut.

Wir sind trotz der Belagerung durch die Polizei fest entscholossen, weiter an unserem Widerstand festzuhalten und diesen Ort gemeinsam mit den Menschen der KTV und allen, denen die Schaffung von sozialen Freiräumen und die Erhaltung denkmalwürdiger Häuser und Bäume am Herzen liegt, aus der jahrelangen Vernichtungsplanung zu retten und zu einem sozialen Treffpunkt zu machen.

Und was tut mensch so am Besten, im Haus sitzend und auf den Ausgang der Verhandlungen wartend? Naja, mit unseren bescheidenen Mitteln, die wir hier drin seit Beginn der Besetzung haben, versuchen wir natürlich schonmal ein wenig anzufangen. Zumindest offene Dachfenster können vor Regen und weiteren Feuchteschäden verschlossen werden, sanierungsbedürftige Räume versperrt, damit es nicht überall nach Schimmel riecht und Gefahrenzonen vorerst unschädlich gemacht sind. Groß anfangen zu sanieren können wir natürlich noch nicht. Wie auch; die Polizei verhindert ja die Materialzufuhr. „Aber zumindest putzen und aufräumen,“ haben sich ein paar ambitionierte Menschen hier drin gedacht, „kann man grob auf jeden Fall schon!“ Es soll ja möglichst wohnlich sein 🙂 So wird gelüftet, ein klener halbkaputter Besen hat es geschafft, das halbe Haus zu fegen – eine enorme Leistung, und er fegt immernoch! Frisch mit Seife und Regenwasser gewaschene Socken hängen auf der Wäscheleine und einige weitere tolle Sachen sind in dieser Woche entstanden.

Worüber wir uns sehr freuen würden, wäre, wenn es die UnterstützerInnen draußen schaffen würden, unsere „Freunde und Helfer“- die Polizei mal zu überzeugen, den Zugang zur Betty wieder zu öffnen. Wir hätten ja wirklich gerne mal Gäste für unser offenes Café im Erdgeschoss. Solange die aber so fies bleiben, geht das noch nicht mit der Eröffnung.

Des weiteren haben wir aber auf jeden Fall massig Wohnraum für weitere Besetzis und würden diese aufs herzlichste gern auch aus allen Teilen Deutschlands (oder von weiter weg) begrüßen, unsere Betty mit uns zu verteidigen. Natürlich friedlich.

 

Aufständische Grüße,

die BesetzerInnen des Elisabethheims.

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